Frönt Sonntag mal nicht dem "Kia Doppelpass" mit Max Eberl auf Sport1. Anstelle dessen vielleicht um 12:30 Uhr auf Arte : "Philosophie Fußball".
Man könnte das hochgeistige Zwiegespräch mit dem französischen Philosophen Ollivier Pourriol ("Alles über das Foulspiel") mir dem Lebensmotto Albert Camus' überschreiben:
"Alles, was ich über Moral und die Pflichten des Menschen weiß, verdanke ich dem Fußball."
Es geht um den Anschlag Toni Schuhmachers auf Patrick Battiston bei der WM 1982, den Kopfstoß Zinedine Zidanes gegen Marco Materazzi bei der WM 2006 - um Dramen und die Lasterhaftigkeit des Spiel. Aber auch um den wahren Fußball, den nicht die Profis zelebrieren. Um die Menschenpflicht auf dem Sportplatz.
Es werden interessante Aspekte aufgezeigt. Die Helden der Kindheit sind Fußballspieler. Das Fernsehen beeinflusst durch die Art der Berichterstattung die Jugend. Alle sehen famose Dribblings, Hackentricks und Flatterbälle. Das ahmen die Jungens (und Mädels) nach. Es werden heutzutage keine Totalen bei dem Übertragungen mehr gezeigt, da spektakuläre Einzelaktionen im Vordergrund stehen, keiner sieht daher die raumöffnenden Pässe der genialen Spielmacher, die seinerzeit Michel Platini, Günter Netzer, Zico spielen konnten. Deshalb üben die Kinder auf den Bolzplätzen so was auch nicht mehr.
Neben der Friedrich Seidenstücker-Ausstellung bietet die Berlinische Galerie bis Ende Februar eine wahrlich beeindruckende Augenweide!
Von Eva Besnyö werden zahllose Meisterwerke präsentiert (insgesamt 120 Originalabzüge). Die Frau arbeitete mit einer Rolleiflex, quadratische Formate mag ich nicht so. Aber die gezeigten Motive haben mich schwer getroffen. Ein Feuerwerk für Freunde der Lichtbildkunst. Das muss man gesehen haben...
Sensationelle Perspektiven, gewagte Diagonalen, schräge Horizonte - immer im Sinne einer brillanten Komposition (Moholy-Nagys "Neues Sehen"). Wunderbare, glasklare Grafiken kennzeichnen den prägnanten Bildaufbau. Es macht Spaß, die Porträts von Künstlern, spielende Kinder in den Straßen Amsterdams oder Motive vom Nordseestrand anzuschauen. Klasse sind die Architekturfotos.
Sehr überzeugend erklärt die in Ungarn geborene und in den Niederlanden gestorbene (gutaussehende) Frau in einem Fernsehfilm, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Berlin verbrachte (1930-1932). Bar aller finanziellen Sorgen verlebte sie die Tage und mehr noch die Nächte mit feiern, diskutieren, Pläne schmieden und fotografieren - mit dem Ausleben grenzenloser Freiheit.