Donnerstag, 20. Oktober 2011

"Melancholia"

Foto: Ulrich Wüst


"Melancholia" - Cineasitische Apokalypse von Lars von Trier!
Kein Film für zarte Seelen oder überhaupt Menschen ohne starke Nerven oder Zeitgenossen in depressiven Phasen. 
Die vielfach zitierte und überschwänglich gelobte Anfangssequenz war mir einen Hauch zu opulent. Alles noch mit Wagner-Musik unterstrichen. Aber dann erzählt manische Autor nur eine einzige überaus mystische Geschichte, die aber so jähe Wendungen erfährt, dass die Spannung ständig am Siedepunkt verharrt. Und der dänische Wüterich lässt nachhaltig beeindruckende Bilder lange stehen, in die er wohl selbst verliebt erscheint. Magische Lichtspiele fesseln die Aufmerksamkeit, wenn z.B. in einer Nachtaufnahme mysteriöse Schatten geworfen werden und man später registriert, dass diese von zwei gleichzeitig scheinenden Monden erzeugt wurden. Großartig agieren die alten Mimen. Charlotte Gainsbourg ist auch alt geworden, ständig ungekämmt, aber auch nicht annähernd so brillant wie Charlotte Rampling. Ab und an nervt mich die "Dogma"-typische Handkamera doch, da das Gewackele von der Handlung ablenken kann.   
Leider kann man die Schlussszene vorausahnen. 
Nichtsdestotrotz glaube ich, bildgewaltiges großes Kino erlebt zu haben... 
Genugtuung beschlich mich bei der Schilderung einer gutbürgerlichen Hochzeitsfeier in diesem Streifen - hoffentlich sehen meine Kinder den Film und ahnen, auf was man sich besser nicht einlässt.   

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